64,00 EUR

Sprache:deutsch
Auflage:1
Ausstattung:17 s/w Illustrationen, 47 farb. Illustrationen
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (fadengeh. Pappband)
Seitenzahl:288
Format:21 x 28 cm
Gewicht:1510 g
Lieferbarkeit:Lieferbar
Erscheinungstermin:15.07.2016
ISBN:978-3-7954-3057-3
Verlag:Schnell & Steiner

Milan Wehnert

Ein neues Geschlecht von Priestern

Tridentinische Klerikalkultur im französischen Katholizismus 1620-1640

Frankreich um 1630: Katholische Geistliche wetteifern um ein neues Priestertum von mystischem Glanz. Welche Priestergruppe vermag sich als »erwähltes Geschlecht und königliche Priesterschaft« durchzusetzen? Besonders die Kollision von Jesuiten und Bischöfen läutet eine außerordentlich fruchtbare Phase tridentinischer Kirchlichkeit ein.


Das Konzil von Trient (1545–1563) bekräftigte das Priestertum als zentrales Heilsinstrument der Kirche. Dies führte in Frankreich ab 1620 zu massiven Konkurrenzen unter Klerikern: Ordens- und Weltgeistliche entwickelten widerstreitende Ideale priesterlicher Heiligkeit. Um den eigenen Status zu stärken, suchte man die Priestertümer umgebender Verbände zu dekonstruieren und in ihrer Außenwirkung zu schmälern. Diese spannungsreiche »guerre« hatte eine Blüte priesterlicher Kultur zur Folge, die hier erstmals in ihrer Dichte an Ideen, Imaginationen und Medien ausgelotet wird. Durchweg interdisziplinär nimmt die Arbeit Spiritualität, Liturgie und Ästhetik von Jesuiten, Oratorianern und Episkopat in den Blick und legt zugleich die politische Diskursmacht von Sprache und Bildern frei. Hieraus entsteht ein faszinierender Zugang zur Vorstellungswelt tridentinischer Kleriker mit neuen Einblicken in die Sonderentwicklung des französischen Katholizismus im 17. Jahrhundert

* Interdisziplinäre Forschung zu einem Sonderweg des französischen Katholizismus im 17. Jahrhundert.
* Erstmalige Untersuchung dieser Blüte priesterlicher Kultur im Kontext ihrer Ideen, Imaginationen und Medien


Milan Wehnert studierte Kath. Theologie und Kunstgeschichte in Berlin, Tübingen und Rom. 2011–2014 forschte er am Tübinger Graduiertenkolleg „Religiöses Wissen im Vormodernen Europa“ und promovierte 2015 mit der vorliegenden Arbeit bei Prof. Dr. Andreas Holzem und Prof. Dr. Andreas Odenthal an der Katholisch-Theologischen Fakultät Tübingen. Seit 2014 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Diözesanmuseum Rottenburg.