69,00 EUR

Sprache:deutsch
Reihe:Klöster als Innovationslabore
Bandzählung:3 /KAIL-3
Auflage: 1
Ausstattung:
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (fadengeh. Pappband)
Seitenzahl:606
Format:17 x 24 cm
Gewicht:1670 g
Lieferbarkeit:Lieferbar
Erscheinungstermin:15.01.2016
ISBN:978-3-7954-3081-8
Verlag:Schnell & Steiner

Harald Sellner

Klöster zwischen Krise und correctio

Monastische »Reformen« im Hochmittelalterlichen Flandern

Mönche, die mit Frauen verkehrten, Eigenbesitz hatten und alles andere als fromm lebten … Im flandrischen Kloster Saint-Bertin bestand Handlungsbedarf! Das Kloster war in eine schwere Krise geraten, die nur durch eine »Reform« überwunden werden konnte. Was aber ist im frühen 12. Jahrhundert mit einer »Reform« überhaupt gemeint?


In der Forschung hatte man lange Zeit genaue Vorstellungen von »Klosterreformen«: Klöster des hohen Mittelalters wurden entsprechend ihrer Observanz in »Reformbewegungen« eingeteilt. Dieser verfassungsgeschichtliche Ansatz vernachlässigt allerdings die vielfältigen Veränderungsprozesse in den einzelnen Klöstern. Die »Reform« - oder in den Worten der Zeitgenossen, die correctio eines Klosters - ist ein äußerst komplexes Phänomen, das sich ausschließlich im jeweiligen lokalen Kontext adäquat beleuchten lässt.
Die vorliegende Studie beschränkt sich daher auf die in der Grafschaft Flandern gelegenen Abteien von St-Bertin, Marchiennes, St-Martin in
Tournai und Anchin in der ersten Hälfte des 12. Jh. Sie setzt an die Stelle des bisherigen »Filiationsmodells« ein Gegenmodell, das basierend
auf einem reichen Quellenfundus die vielfältigen Beziehungen eines Klosters mit seinem sozialen Umfeld in den Mittelpunkt rückt.

* Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse zur Regionalgeschichte Flanderns und zur Geschichte der behandelten Klöster.
* Ihre Ergebnisse sind zugleich wegweisend für die Art und Weise, wie die Geschichte des mittelalterlichen Mönchtums prinzipiell zu analysieren ist.


Harald Sellner, geboren in Rottweil, studierte Geschichte und Französisch in Tübingen und Aix-en-Provence. Er arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Früh- und Hochmittelalter von Professor Dr. Steffen Patzold (Tübingen) und wurde im Jahr 2014 promoviert.