39,95 EUR

Sprache:deutsch
Reihe:Klöster als Innovationslabore
Bandzählung:2 /KAIL-2
Auflage: 1
Ausstattung:
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (fadengeh. Pappband)
Seitenzahl:292
Format:17 x 24 cm
Gewicht:955 g
Lieferbarkeit:Lieferbar
Erscheinungstermin:29.10.2014
ISBN:978-3-7954-2940-9
Verlag:Schnell & Steiner

Herausgeber: Stefan Burkhardt

Vita Arnoldi archiepiscopi Moguntinensis

Die Lebensbeschreibung des Mainzer Erzbischofs Arnold von Selenhofen. Edition, Übersetzung und Kommentar

Die Lebensbeschreibung des Mainzer Erzbischofs Arnold von Selenhofen ist eine der bedeutendsten Quellen zur Geschichte des hochmittelalterlichen Mittelrheingebiets. Sie beleuchtet die Geschichte des Mainzer Erzbistums und der Stadt Mainz in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Im Zentrum der dramatischen Schilderung stehen Leben und Ermordung Arnolds von Selenhofen: seine Ideale und seine materiellen Nöte, seine Reisen nach Italien, die Konflikte, in die sich der Erzbischof immer tiefer verstrickte, und seine verzweifelten letzten Stunden im brennenden Kloster St. Jakob an der Stelle der heutigen Zitadelle in Mainz.


Der Text, der höchstwahrscheinlich aus der Feder eines der engsten Vertrauten des Erzbischofs stammt, bemüht sich um die Verteidigung des Verstorbenen gegen alle Vorwürfe und klagt zugleich in Erwartung des kaiserlichen Strafgerichts die Hauptschuldigen des Verbrechens an. Der Verfasser gibt somit auch tiefe Einblicke in die Herrschaftspraxis eines staufischen Reichsbischofs, in gesellschaftliche Strukturen, Rituale und Gerichtsverfahren, in liturgische und religiöse Praktiken und nicht zuletzt in die Arbeitsweise eines mittelalterlichen Autors.
Erstmals liegt dieser Text nun in einer kommentierten Edition mit deutscher Übersetzung vor.


Zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert avancierten Klöster des Mittelalters zu bedeutenden Vordenkern und Impulsgebern gesellschaftlicher Neuerungen. Sie sammelten und ordneten verfügbares Wissen über Jenseits und Welt. Auf diese Weise entstanden sinnstiftende Weltdeutungen, die mit ihren gesellschaftlichen und politischen Ordnungsentwürfen in die Welt wirken wollten: Wie ließen sich Gott und die Welt erfassen? Welche Organisationsformen, welche normativen Strukturen und welche Denkmuster schufen sie? Wie wirkten diese Deutungsmodelle in die Welt? Ausgehend von diesen und weiteren Fragen erschließt die neue Reihe „Klöster als Innovationslabore. Studien und Texte“ in Editionen und Darstellungen, wie Klöster im Mittelalter zwischen Jenseits und Welt Innovationen durch Deuten und Gestalten schufen.