28,50 EUR

Sprache:deutsch
Auflage: 1
Ausstattung: 117 s/w Illustrationen, 82 farb. Illustrationen
Medium:Buch
Einbandart:Softcover (Broschur fadengeheftet)
Seitenzahl:268
Format:21 x 27 cm
Gewicht:1039 g
Lieferbarkeit:Vergriffen
Erscheinungstermin:28.07.2009
ISBN:978-3-7954-2265-3
Verlag:Schnell & Steiner

Imke Lüders

Der Tod auf Samt und Seide

Todesdarstellungen auf liturgischen Textilien des 16. bis 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum

Paramente mit Todesdarstellungen fanden seitens der textilhistorischen und ikonographischen Forschung bislang kaum Beachtung. Erstmalig wird dieser Denkmälerbestand nun am Beispiel von rund fünfzig erhaltenen Objekten systematisch vorgestellt.


Die Objektgruppen gliedern sich dabei in Totentänze, Skelettdarstellungen sowie Totenschädel und Gebeine. In der Deutung des Bildgegenstandes entfernt sich die Autorin von herkömmlichen mentalitäts- und kulturhistorischen Ansätzen, die die Todesdarstellung vorrangig als Zeichen der Lebensbedrohung und Vergänglichkeit verstehen - stattdessen verbindet sie bildliche Details mit konkreten biblischen Inhalten der katholischen Totenliturgie. Einerseits wird die Bedeutung des Memento mori im Zusammenhang mit der allgemeinen Verpflichtung des Christen zum Totendienst herausgestellt und andererseits die Auferstehungserwartung betont, die sich in der bildlichen Darstellung menschlicher Überreste ausdrückt. Die zentrale These von der »Läuterung des Leibes« im Grabe als Gegenpol zur Läuterung der Seele im Fegefeuer ermöglicht eine weitreichende Interpretation der Bilder des Todes in der sepulkralen Kunst und Kultur bis ins 19. Jh.


"Mit ihrer äußerst detailreichen Untersuchung, die noch durch ein textilkundliches Glossar abgerundet wird, hat Lüders ein wenig bearbeitetes, fast tabuisiertes Kapitel der Kunstgeschichte anschaulich erschlossen. Es kann demjenigen empfohlen werden, der sich für die Geschichte der Trauerkultur interessiert, als auch dem Freund liturgischer Gewänder und Textilien." (Kunst und Auktionen) "Allein der nun vorliegende Katalog mit den reichen Abbildungen ist schon ein Gewinn und lädt ein, einzelne Gewänder näher zu untersuchen wie auch nach weiteren Stücken dieser Art zu fahnden." (Liturgisches Jahrbuch)


Herausgeber: Reiner Sörries, Zentralinstitut für Sepulkralkultur, Kassel