34,90 EUR

Sprache:deutsch
Auflage: 1
Ausstattung:
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (fadengeh. Pappband)
Seitenzahl:336
Format:17 x 24 cm
Gewicht:764 g
Lieferbarkeit:Lieferbar
Erscheinungstermin:28.11.2008
ISBN:978-3-7954-2111-3
Verlag:Schnell & Steiner

Friedrich Möbius

Wohnung, Tempel, Gotteshaus

Beobachtungen zur Anthropologie religiösen Verhaltens

Beim Bauen, Bilden und Gestalten vor allem von Kultbauten entfalteten Menschen zu allen Zeiten und in allen Kulturen Strategien zur Bewältigung von Angst, sie schufen Werke und Formen, die ein "Betroffensein von Höherem" bezeugen. Das Buch stellt Phänomene religiösen Verhaltens dar und bezieht dabei Archäologie, Kunstgeschichte, Religionsgeschichte, Ethnologie, Verhaltenswissenschaft und Parapsychologie ein.


Das erste Kapitel gilt dem "Haus als Kraftort" und geht von der Bestattung in den steinzeitlichen Wohnhäusern des anatolischen Catal Höyük (7. Jh. v. Chr.) aus. Das zweite Kapitel befasst sich mit dem Lebensbezug von Himmelsvorstellungen, wie sie in altorientalischen Schriftquellen, völkerkundlichen Phänomenen und im religiösen Brauchtum bis in unsere Tage vorkommen.
Im Zentrum des dritten Kapitels steht die Grundsteinlegung, die die verschiedensten Elemente der Heiligung von Anfängen, Übergängen und existentiellen Schwellensituationen enthalten kann: die Wahl der glücklichen Sternkonstellation, die ideelle Reinigung der Baugrube, die Weihe des ersten Steins, die Konsekration der Fundamente durch Einlagerung von Reliquien und Edelsteinen. Die Rituale variieren in Jahrtausenden ihre äußere Form, verlieren jedoch nie ihre transzendierenden Bezüge. Ein fundamentaler Beitrag zur Geschichte der Rituale, zur Diskussion um den Begriff "Bedeutung" in der Architekturgeschichte und zum Verständnis religiöser Archetypen in der Kunstgeschichte.


Friedrich Möbius war 1976–91 Professor für Kunstgeschichte in Jena. Schwerpunkte in Forschung und Lehre: Mittelalterliche Architekturgeschichte, Kulturtheorie, Methodologie der Kunstgeschichte. Der von ihm gegründete interdisziplinäre Jenaer Arbeitskreis für Ikonographie und Ikonologie wurde in den 1980er Jahren zu einem Forum gesamtdeutscher Methodendiskussion.