34,90 EUR

Sprache:deutsch
Reihe:Ausstellungskataloge
Bandzählung:44 /AKA-44
Auflage: 1
Ausstattung: 24 s/w Illustrationen, 121 farb. Illustrationen
Medium:Buch
Einbandart:Softcover (Klappenbroschur fadengeheftet)
Seitenzahl:336
Format:22 x 24 cm
Gewicht:1413 g
Lieferbarkeit:Vergriffen
Erscheinungstermin:30.03.2007
ISBN:978-3-7954-1994-3
Verlag:Schnell & Steiner

Herausgeber: Peter Steiner

Christopher Paudiß

1630-1666. Der bayerische Rembrandt?

Nach einer Lehrzeit bei Rembrandt in Amsterdam suchte der Maler Aufträge an den fürstlichen Höfen in den vom Dreißigjährigen Krieg verwüsteten Ländern: über Stuttgart, 1656, Prag, Dresden,1659-60, Wien, Ungarn, Salzburg kam er an den Hof des Fürstbischofs von Freising, wo er als Hofmaler angestellt wurde, aber kaum verheiratet und sesshaft geworden, jung starb, aus Gram über einen verlorenen Künstlerwettbewerb, wie Joachim Sandrart berichtet. Das Freisinger Dommuseum wird mit dieser ersten monographischen Ausstellung den genialen Maler der Öffentlichkeit vorstellen und so ein neues Licht auf die deutsche Kunst des Barock werfen.


Seine in Europa verstreuten Gemälde bezeugen ein malerisches Genie und eine besondere Kunstauffassung. Der an den deutschen Höfen verbreiteten Vorliebe für Malerei im flämischen oder italienischen Stil setzte er das Kunstideal Rembrandts entgegen.

In seinen ungewöhnlichen großen "Bauernhistorien" mit ihrem vor dunklem Grund scharf ins Licht gehobenen Menschen und Tieren deutet er rätselhafte Handlungen an und gibt der Armut Würde. Seine Stilleben beschränken sich meist auf armselige Gegenstände und Früchte; die aber sind so erlesen gemalt, dass sie ein geradezu mystisches Eigenleben entfalten. Seine Portraits und Bilder von heiligen Einsiedlern sind subtile malerische Zeugnisse eines Menschenbildes als "Wohnhaus grimmer Schmerzen, ein Irrlicht dieser Zeit und Schauplatz herber Angst", wie es in der Barockdichtung Andreas Gryphius zeichnet.

Das Werk des Christopher Paudiß vermittelte zu seiner Zeit nach den Schrecken des dreißigjährigen Krieges zwischen dem evangelischen Norden Europas und dem katholischen Süden. Es kann heute zwischen Ost- und Westeuropa vermitteln, weil viele seiner Hauptwerke in Museen in Tschechien, Rumänien, Slowenien, Ungarn und Russland erhalten und ausgestellt sind.

Sie werden nun zum ersten Mal in einem Museum versammelt und Radierungen seines Lehrers Rembrandt gegenübergestellt. Aufgrund seiner Qualität, seiner Thematik und Wanderschaft von Norddeutschland über die Niederlande nach Südosteuropa, Österreich und Bayern ist Christopher Paudiß eine Gestalt von internationalem Interesse.

Große Ausstellung im Dommuseum Freising vom 30. März - 8. Juli 2007.
Mehr unter www.dommuseum-Freising.de