26,90 EUR

Sprache:deutsch
Reihe:Quellen und Studien zur Geschichte und Kunst im Bistum Hildesheim
Bandzählung:1 /QSGH-1
Auflage: 1
Ausstattung: 80 Tafeln , 7 s/w Illustrationen
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (Efalin fadengeheftet mit Schutzumschlag)
Seitenzahl:112
Format:21 x 28 cm
Gewicht:795 g
Lieferbarkeit:Lieferbar
Erscheinungstermin:29.05.2008
ISBN:978-3-7954-1992-9
Verlag:Schnell & Steiner

Matthias Exner

Das Guntbald-Evangeliar im Hildesheimer Dommuseum

Ein ottonischer Bilderzyklus und sein Zeugniswert für die Rezeptionsgeschichte des Lorscher Evangeliars

Das Guntbald-Evangeliar gehört zu einer Gruppe von vier liturgischen Prachtcodices (Evangeliar, Perikopenbuch, Sakramentar und Psalter), die der Schreiber Guntbald in Hildesheim schuf. Im Auftrag Bischof Bernwards von Hildesheim (um 960-1022) entstanden die Handschriften für das von ihm gestiftete Kloster St. Michael. Mit diesem Band wird dem Guntbald-Evangeliar zum ersten Mal eine farbig ausgestattete, nicht nur für Fachleute verfasste Monographie gewidmet.


1011 entstand ein Evangeliar, das von weitreichender Bedeutung ist. Heute im Dom-Museum Hildesheim aufbewahrt gehört es zu einer Gruppe von einheitlich gestalteten Prachtcodices, die Bernward in Auftrag gab und die seinen Kunstsinn bezeugen. Prunkvolle, aufwendig geschmückte Kanonseiten, Abfolgen kostbarer Zierseiten, Christusdarstellung und Evangelistenporträts, Purpurgründe, reich ornamentierte Rahmungen und ein verschwenderischer Einsatz von Gold- und Silbertinte zeichnen das Guntbald-Evangeliar aus.

Ihre besondere historische Bedeutung gewinnt die Handschrift durch die anspruchsvolle und überlegte Wahl von Vorlagen: das Lorscher Evangeliar (Hofschule Karls des Großen), das frankosächsische Evangeliar aus Saint-Vaast in Prag und ein süddeutsch-regensburgisches Vorbild vermittelten die Konzepte.Die Kompilation dieser Elemente in einer neuen, aufwendig dekorierten Handschrift ist ein geradezu programmatischer Akt mit weitreichendem Anspruch und erheblichen Ambitionen, was beim Auftraggeber der Hildesheimer Domtüren oder der nach ihm benannten Bronzesäule kaum überraschen kann.

Erste monographische Würdigung der prächtigen Handschrift.

Ein Schlüsselwerk zur früh- und hochmittelalterlichen Rezeption des Lorscher Evangeliars.

Mit über 40 großformatigen Abbildungen der prachtvollen Miniaturen und Zierseiten sowie zahlreichen farbigen Vergleichsabbildungen.


Autor: Dr. Matthias Exner ist als Hauptkonservator beim Bayer. Landesamt für Denkmalpflege tätig und hat einen Lehrauftrag an der Ludwig-Maximilians-Universität München inne. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Kunst des Frühmittelalters.


"Matthias Exner legt mit seinem Buch zum Hildesheimer Guntbald-Evangeliar einen beeindruckenden Bildband vor, der sich zugleich an Fachleute wie auch an das nicht-wissenschaftliche Publikum wendet. Leicht lesbar und auch für Laien gut verständlich, gelingt es dem Autor wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu vermitteln. Dadurch und natürlich durch den umfangreichen Bildteil ist der Leser geneigt, dieses Buch immer wieder zur Hand zu nehmen." (Hildesheimer Jahrbuch) "Insgesamt liegt hier eine grundsolide Arbeit vor, die überzeugend die Vermittlungswege mittelalterlicher Buchkunstprogramme aufzeigt. (...) Der sehr angemessene Preis macht dieses Buch zu einer lohnenswerten Anschaffung nicht nur für Spezialisten, sondern für alle Liebhaber mittelalterlicher illuminierter Manuskripte." (Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte)