69,00 EUR

Sprache:deutsch
Auflage: 1
Ausstattung: 5 s/w Illustrationen, 67 farb. Illustrationen
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (fadengeh. Pappband)
Seitenzahl:192
Format:21 x 28 cm
Gewicht:1099 g
Lieferbarkeit:Lieferbar
Erscheinungstermin:31.10.2007
ISBN:978-3-7954-1945-5
Verlag:Schnell & Steiner

Claudia Lang

Die Goldschmiedekunst der Beuroner Schule

Rückgriff und Aufbruch

Im Benediktinerkloster Beuron entstand um die Wende vom 19. zum 20. Jh. eine innovative Goldschmiedekunst. Die kaum bekannten Entwurfszeichnungen der Künstlermönche deuten auf Konstruktionen mit besonderer Intention hin. Die Autorin durchdringt diese Geheimnisse und wirft ein neues Licht auf die Beuroner Kunstschule mit ihrer Suche nach absoluten, als "göttlich“ charakterisierten Proportionsgesetzen.


Peter Lenz, der nachmalige P. Desiderius und Gründer der Beuroner Kunstschule, trat im Jahre 1872 als ausgebildeter Künstler in das Benediktinerkloster Beuron ein. Sein Bestreben war auf eine radikale Reform der christlichen Kunst gerichtet, mit der die bis dahin dominierenden nazarenischen und historistischen Tendenzen überwunden werden sollten.

Durch intensive Beschäftigung mit v.a. ägyptischer Kunst und Architektur aus den Aufzeichnungen des Ägyptologen R. Lepsius fand Lenz bereits 1865 zu seinem auf strenger Abstraktion basierenden Stil. Er sah im Menschen als Krone der Schöpfung ideale, wahre, sozusagen göttliche Proportionsgesetze vorgegeben, die er in einem geometrisch begründeten und von ihm als absolut verbindlich ausgegebenen "Kanon“ festlegte.

Diese "ästhetische Geometrie“ von Lenz kommt am Überzeugendsten in der Goldschmiedekunst zur Anwendung. Spannend ist der erstmals geführte Nachweis, dass die geometrischen Grundlagen seines "Kanons“ übereinstimmen mit den Proportionen zahlreicher Sakralbauten seit dem Alten Ägypten und dass diese "Tempelmaße“ letztendlich zur Grundlage für die Entwicklung der innovativen Beuroner Goldschmiedekunst wurden.

Präsentiert faszinierende neue Erkenntnisse zur Proportionslehre Beurons

Mit zahlreichen Abbildungen der Originalskizzen und optischer Darlegung der Proportionstheorie


Dr. Claudia Lang promovierte bei Prof. Frank Büttner an der LMU München. Bei der Behandlung des Themas konnte sie die Wissenschaft mit ihren praktischen Erfahrungen in Goldschmiedewerkstätten kombinieren.