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Sprache:deutsch
Bandzählung:44 /HDN-44
Auflage:1
Ausstattung:4 Lagepläne, 3 Grundrisse , 76 s/w Illustrationen, 219 farb. Illustrationen
Medium:Buch
Einbandart:Softcover (Broschur klebegebunden)
Seitenzahl:240
Format:21 x 29,7 cm
Gewicht:1042 g
Lieferbarkeit:Vergriffen
Erscheinungstermin:27.03.2007
ISBN:978-3-7954-1946-2
Verlag:Schnell & Steiner

Herausgeber: Claudia Denk, John Ziesemer

Der bürgerliche Tod

Städtische Bestattungskultur von der Aufklärung bis zum frühen 20. Jahrhundert

"Der bürgerliche Tod" - zu diesem Thema veranstaltete ICOMOS eine Tagung, bei der erstmals interdisziplinär und europaweit die unterschiedlichsten Fragen der Sepulkralkultur zwischen 1800 und 1900 behandelt wurden: Friedhöfe als Orte nationaler und städtischer Repräsentation, Friedhöfe als künstlerisches Betätigungsfeld, als Verwitterungslabor, heutige Erhaltungsprobleme u.a. Die Ergebnisse sind in diesem Band des Deutschen Nationalkomitees zusammengetragen.


Ein wichtiges und zugleich gefährdetes Zeugnis bürgerlicher urbaner Kultur stellen die großen Friedhofsanlagen dar, die es in jeder Stadt gibt und von denen manche - wie der Pariser Père Lachaise - große Berühmtheit erlangten. Die vorliegende Publikation publiziert eine internationale ICOMOS-Tagung, die in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Nationalmuseum im Herbst 2005 in München stattfand. Teilnehmer waren Kunst- und Kulturhistoriker, Soziologen, Geologen, Chemiker, Restauratoren, Denkmalpfleger und Architekten.

Da die Epoche bürgerlicher Sepulkralkultur zu Ende ist, kann man sich aus der historischen Distanz diesem Kulturgut nähern und eine grundlegende Bestandsaufnahme aus europäischer und zudem interdisziplinärer Perspektive leisten. Zeitlicher Ausgangspunkt sind die in der Aufklärung einsetzenden Bestrebungen, innerstädtische Friedhöfe vor die Stadt zu verlagern, Endpunkt sind die Reformbestrebungen des frühen 20. Jhs., die sich gegen die Opulenz der Grabdenkmäler des späten 19. Jhs. und ihre industrielle Fertigung wandten. Themen sind u.a. Reform- und Wandlungsprozesse in der Friedhofskultur, der Friedhof als Ort nationaler und städtischer Repräsentation, ikonographische und produktionsästhetische Aspekte u.v.a. die verschiedenen denkmalpflegerischen und restauratorischen Aufgaben.

Neue interdisziplinäre Ansätze machen diesen Band unentbehrlich für Entscheidungsträger in Denkmalämtern und Kunstreferaten, städtischen Friedhofsverwaltungen und Stadtverwaltungen sowie für Restauratoren.


Herausgeber: Dr. Claudia Denk ist Kunsthistorikerin und Lehrbeauftragte an der TU München. Dr. John Ziesemer ist wiss. Mitarbeiter beim Dt. Nationalkomitee von ICOMOS und als freiberuflicher Kunsthistoriker in München tätig.


"Der vorliegende Tagungsband ist gewiss eine der wichtigsten Publikationen der letzten Jahre zur Problematik historischer Friedhöfe. Er bleibt in seinen Beiträgen nicht bei historisch-nostalgischer Betrachtung stehen, sondern bietet ein grundsätzliches Fundament für weiteres Handeln und auch ganz praktische Hilfestellung in Fragen der Erfassung, Verwaltung und Rettung der gefährdeten Bestände." (Zeitschrift für Bayerische Kirchengeschichte) "Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass hier eine produktive interdisziplinäre Diskussion in zwar jeweils relativ kurzen aber inhalts- und faktenreichen Beiträgen ihren Niederschlag gefunden hat. Diesem Diskurs ist eine Fortsetzung zu wünschen." (Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde)