19,90 EUR

Sprache:deutsch
Bandzählung:3 /SDB-3
Auflage:1
Ausstattung:17 farb. Illustrationen, 5 s/w Illustrationen
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (fadengeh. Pappband)
Seitenzahl:88
Format:17 x 24 cm
Gewicht:404 g
Lieferbarkeit:Lieferbar
Erscheinungstermin:20.10.2006
ISBN:978-3-7954-1888-5
Verlag:Schnell & Steiner

Vera Bendt

Ein Synagogen-Vorhang im Domstift Brandenburg

Ein Synagogen-Vorhang in einem Domstift? Ein spektakulärer Fund. Er war lange unbeachtet, seine Herkunft war ungeklärt, er weist keine Besonderheiten als "jüdisches Textil" auf. Die Autorin geht dem Vorhang in der jüdischen Geschichte von der Antike bis in die Neuzeit nach, stellt Entstehungsgeschichte und religiösen Zweck ins Zentrum der Betrachtung und lenkt den Blick auf die symbolische Bedeutung.


2001 kam die Vermutung auf, dass das Depositum des Domstifts Brandenburg ein Vorhang aus einer Synagoge sein könnte, 2002 setzten die Nachforschungen und die textiltechnisch-ikonographische Untersuchung ein. Wie aber kam man überhaupt auf diese Vermutung? Der Vergleich mit dem Meyerbeer-Vorhang im Besitz der Stiftung Stadtmuseum Berlin war ausschlaggebend.

Zunächst werden der Vorhang in der jüdischen Geschichte von der Antike bis in die Neuzeit, seine Entstehungsgeschichte, sein religiöser Zweck und seine symbolische Bedeutung vorgestellt. Ein Schwerpunkt ist die ikonographische Deutung. Im Mittelpunkt steht die Motivik "Torbogen, Licht, Wasser", von der Autorin in die eschatologische Tradition der drei monotheistischen Religionen gestellt. Die Frage nach jüdischer Ikonographie führt den Leser zu den ineinander verwobenen Leitfäden der textilen Kultur des Abendlandes und zu der überraschenden Erkenntnis, dass Judentum, Christentum und Islam hier mehr Gemeinsamkeiten haben, als man vermuten würde.

Umfangreiches Glossar und Literaturverzeichnis
Neue textiltechnische und ikonographische Erkenntnisse zu einem spektakulären Fund


Dr. Vera Bendt war von 1979-94 in leitender Position für den Aufbau des Jüdischen Museums in Berlin tätig. Bis 2004 war sie maßgeblich für Forschungsprojekte des Jüdischen Museums verantwortlich und lehrte Jüdische Kunst und Kulturwissenschaften an der FU Berlin sowie den Universitäten Potsdam und Dortmund. Seit 2004 engagiert sie sich für kulturelle Bildung und Jugendförderung und arbeitet als wissenschaftliche Autorin und Beraterin für Museen im In- und Ausland.


Herausgeber: Helmut Reihlen