64,00 EUR

Sprache:deutsch
Reihe:Studien zur christlichen Kunst
Bandzählung:6 /SCK-6
Auflage:1
Ausstattung:46 s/w Illustrationen, 9 farb. Illustrationen
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (Leinen fadengeh. m. Schutzumschlag)
Seitenzahl:232
Format:21 x 28 cm
Gewicht:1230 g
Lieferbarkeit:Vergriffen
Erscheinungstermin:29.09.2006
ISBN:978-3-7954-1828-1
Verlag:Schnell & Steiner

Sibylle Weber am Bach

Hans Baldung Grien (1484/85 - 1545)

Marienbilder in der Reformation

Hans Baldung Grien, der begabteste Schüler Dürers, zählt zu den herausragenden Malern der Renaissance in Deutschland. Gegenstand dieses Bandes sind acht Marienbilder, die in der "Zweiten Straßburger Zeit" des Malers (1517-1545) entstanden sind. Untersucht wird der Einfluss des christlichen Humanismus und der Reformation auf die Kunst Baldung Griens. Vor diesem Hintergrund können die komplex angelegten Bilder neu gedeutet werden.


Dabei wird zunächst die Stellung der Reformatoren zum Marienbild dargelegt. In der zentralen Rolle Mariens als Gottesmutter bei der Menschwerdung Christi bleibt das Marienbild in Bildthemen wie "Maria mit dem Jesuskind" oder "Geburt Christi" auch bei den Protestanten ein gefragtes Sujet, so dass das Urteil einer "kunst- und marienfeindlichen" Reformation revidiert wird.

Obwohl die Reformation 1524 in Straßburg offiziell eingeführt worden war, blieb die Stadt Sammelbecken unterschiedlicher religiöser und geistiger Strömungen, mit deren Vertretern Baldung in regem Austausch stand. Dazu zählte auch ein humanistisch orientierter Freundeskreis, der eine Vorliebe für die "pagane" Welt der Antike pflegte.

Maria war Patronin und Bürgerheilige Straßburgs und spielte in dieser Funktion eine kaum zu überschätzende Rolle. An Baldungs Marienbildern wird Kontinuität und Wandel in ihrer Darstellung vor und nach Einführung der Reformation aufgezeigt. In den komplex angelegten Bildern provoziert der Maler vielschichtige Deutungsmöglichkeiten und verlässt die gewohnten Pfade der marianischen Bildtradition. So wird Maria, verführerisch schön, in den Wettstreit mit antiken Göttinnen gestellt, aus der die tugendhafte Jungfrau selbstverständlich siegreich hervorgeht. Zugleich demonstriert Baldung mit seinen Bildwerken eine hoch entwickelte "ars docta", durch die sich nordalpine Künstler anhand christlicher Themen ihren antiken Vorbildern als ebenbürtig zu erweisen suchten.

Demonstriert den Einfluss von Reformation und Humanismus
auf das Marienbild anhand von Schlüsselwerken Hans Baldung Griens
Revidiert das Urteil über die "kunst- und marienfeindliche" Reformation
anhand von schriftlichem und bildlichem Quellenmaterial
Der Fokus richtet sich auf die religions- und geistesgeschichtliche Situation
in Straßburg, Sammelbecken unterschiedlicher Strömungen der frühen Neuzeit


Dr. Sibylle Weber am Bach promovierte über das vorgestellte Thema an der Ludwig-Maximilians-Universität München.