29,90 EUR

Sprache:deutsch
Auflage:1
Ausstattung:23 s/w Illustrationen, 32 Farbtafeln mit Golddruck
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (Leinen fadengeh. m. Schutzumschlag)
Seitenzahl:120
Format:15 x 21,5 cm
Gewicht:440 g
Lieferbarkeit:Lieferbar
Erscheinungstermin:10.04.2006
ISBN:978-3-7954-1827-4
Verlag:Schnell & Steiner

Herausgeber: Helmut Engelhart

Der St. Marienthaler Psalter

Eine Prachthandschrift des 13. Jahrhunderts im Besitz der sächsischen Zisterzienserinnenabtei St. Marienthal

In der Klausurbibliothek des seit 1234 ununterbrochen bestehenden Zisterzienserinnenklosters St. Marienthal in Sachsen wird als kostbarster Schatz ein aufwendig ausgestatteter Psalter gehütet. Trotz seiner besonderen Bedeutung gehört er zu den wenig beachteten illuminierten Handschriften aus der Mitte des 13. Jhs. Dieser Band behandelt u.a. die teilweise ungewöhnliche Ikonographie der sieben Vollbilder des Psalters, die in prächtiger Wiedergabe und in Originalgröße vor Augen geführt werden.


Ursprünglich als privates Gebet- und Andachtsbuch konzipiert und erst später zum Gebrauch beim Stundengebet in einer klösterlichen Einrichtung umgerüstet, wurde der in einem fränkischen, vielleicht Bamberger Malatelier mit reichem Bild- und Initialschmuck versehene sogenannte St. Marienthaler Psalter für eine einflussreiche weltliche oder geistliche Persönlichkeit geschaffen. In der Auswahl der Texte – ein Kalendarium, die Gesamtheit aller 150 Psalmen in ihrer chronologischen Abfolge, die biblischen Cantica, eine Allerheiligenlitanei und ein Gebetsanhang mit weithin unbekannten Texten – wie auch in der Thematik ihres Bildschmucks repräsentiert die Handschrift den Typus eines mittelalterlichen Privatpsalteriums, wie es insbesondere zum Gebrauch hochgestellter Damen in Auftrag gegeben und zumeist auch in weiblicher Linie vererbt wurde.

Der Band erläutert die Gebrauchssituation des Psalters, erschließt seine Text- und Bildgestalt und widmet sich insbesondere der teilweise ungewöhnlichen Ikonographie der sieben Vollbilder der Handschrift, die ebenso wie das zwölfteilige Kalendarium, die Folge der Schmuckinitialen am Beginn der Hauptabschnitte des Psaltertextes und Proben einzelner Textseiten in einem eigenen Farbtafelteil im Originalformat reproduziert werden. Die Untersuchung der Festeinträge im Kalender und der Anrufungen in der Allerheiligenlitanei ermöglicht die Eingrenzung des ursprünglichen Bestimmungsortes der Handschrift, während Vergleiche mit stilverwandten Handschriften nähere Aussagen über die Entstehung des Miniaturenschmucks in einer auf die Produktion illuminierter Handschriften spezialisierten Malwerkstätte im Umkreis des Komburger Psalters erlauben.

Hochwertige Reproduktion der sieben Vollbilder, des zwölfteiligen Kalendariums,der Schmuckinitialen und einzelner Textseiten in Originalgröße

Mit einem germanistischen Beitrag zur Erstedition und Kommentierung dreier bislang unbekannter mittelhochdeutscher Sangsprüche