66,00 EUR

Sprache:deutsch
Auflage:1
Ausstattung:3 Grundrisse , 41 farb. Illustrationen, 36 s/w Illustrationen
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (Leinen fadengeh. m. Schutzumschlag)
Seitenzahl:260
Format:21 x 28 cm
Gewicht:1329 g
Lieferbarkeit:Lieferbar
Erscheinungstermin:27.04.2006
ISBN:978-3-7954-1811-3
Verlag:Schnell & Steiner

Wiebke Windorf

Sakrale Historienmalerei in St. Peter in Rom

Faktizität und Fiktionalität in der Altarbildausstattung unter Papst Urban VIII. (1623-1644)

Papst Urban VIII., unter dem 1626 die neue Peterskirche geweiht wurde, gab auch die Ausstattung mit Altarbildern in Auftrag. Anhand dieser Altarbilder werden die aus den bildertheologischen Traktaten des 16. Jahrhunderts resultierenden Konsequenzen für das sakrale Historienbild überprüft. Dabei wird den Künstlern ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit bei ikonographischen und stilistischen Entscheidungen nachgewiesen.


Zu den namhaften Künstlern zählen Andrea Sacchi, Domenichino, Nicolas Poussin, Pietro da Cortona und Giovanni Lanfranco. Die Analyse von 15 Altarbildern, die fast alle eine Martyriums- oder Wunderszene zum Thema haben, bildet den Ausgangspunkt für die im Zentrum stehende Frage nach den Folgen des vor allem durch die Beschlüsse des Konzils von Trient über die Bilderverehrung (1563) geprägten bildertheologischen Diskurses. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf die Traktatautoren Johannes Molanus und Gabriele Paleotti gerichtet, die sich in ihren Schriften vornehmlich mit dem Wahrheitsgehalt eines sakralen Kunstwerks auseinander setzten - mit dem Verhältnis zwischen den schriftlich verankerten Fakten (der Faktizität) und den fiktiven, weil in der textlichen Vorlage nicht enthaltenen Daten (der Fiktionalität) eines Bilds.

Die Untersuchung zeigt, dass die Bildertheologen die Fiktion als festen und manchmal für die Erschließung der Darstellung sogar unersetzlichen Bestandteil des sakralen Historienbilds akzeptierten. Die Konsequenzen für das sakrale Historienbild werden anhand des konkreten Ausstattungsbeispiels Neu-St. Peter geprüft. Entgegen gängiger Meinungen in der Forschungsliteratur wird nachgewiesen, dass die in den bildtheoretischen Abhandlungen gestellten Forderungen dem Künstler ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit bei ikonographischen und stilistischen Entscheidungen gewährten. Die Erkenntnisse sind im ausführlichen Bildteil nachvollziehbar.

- Auswirkungen des bildertheologischen Diskurses in der Folge des Konzils von Trient auf die sakrale Historienmalerei im 17. Jahrhundert

- Aufschlussreiche Erkenntnisse über die Eigenverantwortlichkeit der Künstler bei ikonographischen und stilistischen Entscheidungen

- Untersuchung ausgewählter Altarbilder der Ausstattung von Neu-St. Peter


Dr. Wiebke Windorf ist wiss. Angestellte am Kunsthist. Seminar der Uni Düsseldorf. Mit dieser Dissertation gewann sie den drupa-Preis 2005.