19,95 EUR

Sprache:deutsch
Reihe:Adiaphora
Bandzählung:4 /ADP-4
Auflage: 1
Ausstattung: 10 s/w Illustrationen, 82 farb. Illustrationen, 356 Seiten Textteil, 60 Seiten Bildteil 4c
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (Leinen fadengeh. m. Schutzumschlag)
Seitenzahl:416
Format:21 x 28 cm
Gewicht:1713 g
Lieferbarkeit:Lieferbar
Erscheinungstermin:14.10.2005
ISBN:978-3-7954-1762-8
Verlag:Schnell & Steiner

Dietrich Diederichs-Gottschalk

Die protestantischen Schriftaltäre des 16. und 17. Jahrhunderts in Nordwestdeutschland

Eine kirchen- und kunstgeschichtliche Untersuchung zu einer Sonderform liturgischer Ausstattung in der Epoche der Konfessionalisierung

Im niedersächsischen Küstengebiet entstanden in reformierten und lutherischen Kirchen zahlreiche Altarretabel mit Schrifttafeln statt Bildwerken. Grundlage dieses Sondertypus sind katholische Objekte, die im reformatorischen Bildersturm umgestaltet wurden. Die teilweise kunstvollen protestantischen "Schriftikonen" sind einzigartige Beispiele für die visuelle pädagogische Umsetzung einer Theologie des Worts und hier erstmals kunst- und kirchengeschichtlich erforscht.


Im niedersächsischen Küstengebiet sind in evangelischen Kirchen vorwiegend des ländlichen Bereichs zwischen 1550 und 1696 zahlreiche Altarretabel entstanden, auf denen an Stelle der sonst üblichen Bilder oder Bildwerke Schrifttafeln zu finden sind. Ihre Inhalte beziehen sich auf die Einsetzung und das Verständnis des Abendmahls, den Luther-Katechismus sowie Buße und Kirchenzucht. Die Publikation präsentiert in Wort und Bild die Ergebnisse der erstmaligen kirchen- und kunstgeschichtlichen Erforschung dieses regional begrenzten, jedoch außerordentlich aufschlussreichen Phänomens der späten Reformationszeit.

Die als "Schriftaltäre" bezeichneten Stücke entstanden in lutherischen wie auch reformierten Gemeinden. Gemeinsam ist dem Typus der Ursprung in Bildwerken aus katholischer Zeit, die im Zuge des reformatorischen Bildersturms umgestaltet und in ihrer Aussage verändert wurden. Der evangelische Bildersturm im nordwestdeutschen ländlichen Raum wird umfassend dargestellt und damit eine Forschungslücke geschlossen.

Die einzelnen Retabel werden in Text und Bild vorgestellt, analysiert und katalogisiert sowie als aussagekräftige Quellen der regionalen Kirchengeschichte aus der Phase der Konfessionalisierung ausgewertet. Durch die klare Gliederung und die beigefügten Register (Orts-, Namens- und Bibelstellenregister) dient der Band auch als materialreiches Nachschlagewerk.