19,90 EUR

Sprache:deutsch
Bandzählung:1 /SDB-1
Auflage:1
Ausstattung:20 s/w Illustrationen, 18 Zeichnungen, 1 Grundriss
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (fadengeh. Pappband)
Seitenzahl:140
Format:17 x 24 cm
Gewicht:552 g
Lieferbarkeit:Lieferbar
Erscheinungstermin:31.12.2004
ISBN:978-3-7954-1726-0
Verlag:Schnell & Steiner

Herausgeber: Helmut Reihlen

Heilige Gewänder - Textile Kunstwerke

Die Gewänder des Doms zu Brandenburg im mittelalterlichen und lutherischen Gottesdienst

Die liturgischen Gewänder in Brandenburg gehören zu den bedeutendsten mittelalterlichen Paramentenschätzen. Sie öffnen ein Fenster zum vorreformatorischen und vortridentinischen Gottesdienst und lassen in den Stiftungen landesfürstliche Kirchenpolitik erkennen.


Die Funktion der in Brandenburg erhaltenen liturgischen Gewänder im Gottesdienst und die Voraussetzungen ihrer Erhaltung bis zum heutigen Tage sind die Themen des Begleitbandes. Anweisungen zu den Gottesdiensten, die in den Brandenburger "Ordinarien" als Handschriften und Inkunabeln überliefert sind, machen deren Verwendung anschaulich. Die kunsthistorisch bedeutenden Stickereien der Brandenburger Gewänder weisen mitunter auf die Beziehungen zwischen Bischof und Domkapitel einerseits und weltlichen Landesherren in der Mark andererseits hin. Die Auswertung der Stickereien und der Stiftungsmotive lässt die Bedeutung des Bischofssitzes Brandenburg als geistiges und kulturelles Zentrum der Mark, auch im markgräflich-kurfürstlichen Programm der Stabilisierung der Landesherrschaft, erkennbar werden.

Die Reformation hat aus Gründen, die in den Beiträgen dieses Bandes erkennbar werden, die traditionellen Ausstattungen des christlichen Gottesdienstes nicht generell aufgegeben, sondern sie weiter gepflegt, dabei aber der symbolischen Überhöhung des Bildes und des Zeichens ein Ende gesetzt. Die Distanz, die von der Reformation gegenüber den Symbolen hergestellt wurde, und der Vorrang des Wortes schärften den Blick für die künstlerische und kunsthistorische Bedeutung des Brandenburger Schatzes und waren die Voraussetzung für die von Karl Friedrich Schinkel begonnene Musealisierung.

Die systematische Erfassung im Bestandskatalog regte die Beschäftigung mit der Funktion der Gewänder im mittelalterlichen Gottesdienst, ihren Stiftungszusammenhängen und den Bedingungen ihrer Erhaltung bis in die Gegenwart an. Die Verbindung von kunsthistorischer und landesgeschichtlicher Forschung bringt neue Einsichten, die in den acht Untersuchungen dieses Begleitbandes auch in der Absicht vorgestellt werden, einen Beitrag zu überregional vergleichenden Untersuchungen in kunst- und landesgeschichtlicher Perspektive zu bieten.