99,00 EUR

Sprache:deutsch
Auflage:1
Ausstattung:346 farb. Illustrationen, 151 s/w Illustrationen
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (Leinen fadengeh. m. Schutzumschlag)
Seitenzahl:576
Format:21 x 28 cm
Gewicht:2351 g
Lieferbarkeit:Vergriffen
Erscheinungstermin:10.11.1997
ISBN:978-3-7954-1079-7
Verlag:Schnell & Steiner

Frank Martin

Die Glasmalereien von San Francesco in Assisi

Entstehung und Entwicklung einer Gattung in Italien

Die Grabeskirche des Hl. Franziskus - weltberühmt wegen ihrer Wandmalerein - setzte auch auf dem Gebiet der Glasmalerein Maßstäbe: Die Farbfenster stehen sogar am Anfang der Oberkirchenausstattung und markieren den Beginn der italienischen Glasmalerei überhaupt.


An der Verglasung der Oberkirche kann exemplarisch das Verhältnis von Wand- und Glasmalerei im 13. Jahrhundert in Italien geklärt werden und wird herausgearbeitet, wie ein von nordalpinen Glasmalern in den Herstellungsprozess eingeweihter italienischer Meister - der Franziskusmeister - die einzelnen Glasmedaillons mittels älterer Bildvorlagen komponiert hat.

Bei der Untersuchung der Unterkirchenverglasung wird vor allem die in Italien übliche und charakteristische Arbeitsteilung zwischen einem entwerfenden Wand- bzw. Tafelmaler und einem ausführenden Glasmaler analysiert. Weil die Protagonisten der italienischen Malerei des Trecento - Giotto, der "Maestro di Figline", Simone Martini oder Piertro Lorenzetti - in Assisi tätig waren, kommt der Diskussion um die Fensterentwürfe höchste Bedeutung zu. Die Beschäftigung mit den Unterkirchenfenstern hilft schließlich, die komplexe Bau- und Ausstattungsgeschichte der Grabeskirche zu präzisieren.

Um die Glasmalereien der Unterkirche genauer zu untersuchen, war es nötig, möglichst allgemeingültige Erkenntnisse über die Entstehungsbedingungen italienischer Glasmalerei zu erhalten und diese auf Assisi anzuwenden. Dafür wurden Glasmalereitraktate und besser dokumentierte Verglasungskomplexe in Florenz, Siena, Orvieto oder Mailand aus dem 15. und 16. Jahrhundert herangezogen. Die Publikation bietet also erstmals ein Kompendium, in dem die bedeutendsten italienischen Glasmalereikomplexe bezüglich ihrer Entstehungsbedingungen miteinander verglichen und Fragen nach ihrer inhaltlichen oder formalen Einbindung in die jeweilige Kapellendekoration gestellt werden.

Der reiche Tafelteil dokumentiert mit Total- und Detailaufnehmen - größtenteils von
P. Gerhard Ruf - komplett und in Farbe sämtliche Glasmalereien.

Im abschließenden Katalog wird jedes Fenster, jede Szene und jede Figur beschrieben und auf ikonographische Vorbilder befragt. Biblische bzw. hagiographische Textquellen werden ebenso berücksichtigt wie Restaurierungen oder nachträgliche Eingriffe, die mittels z. T. bislang unbekannter Dokumente und dank einer erstmals vollständig publizierten Serie von Zeichnungen des frühen 19. Jahrhunderts von der Hand Johann Anton Ramboux´ anschaulich gemacht werden.