29,90 EUR

Sprache:deutsch
Auflage:1
Ausstattung:40 s/w Illustrationen, 25 farb. Illustrationen
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (Leinen fadengeh. m. Schutzumschlag)
Seitenzahl:260
Format:17 x 24 cm
Gewicht:895 g
Lieferbarkeit:Vergriffen
Erscheinungstermin:08.10.2002
ISBN:978-3-7954-1509-9
Verlag:Schnell & Steiner

Manfred Overesch

St. Michaelis - Das Weltkulturerbe in Hildesheim

Eine christlich-jüdische Partnerschaft für den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg

1985 erklärte die UNESCO die mittelalterliche Kirche St. Michaelis und den Dom Mariä Himmelfahrt mit darin aufbewahrten bernwardinischen Kunstschätzen zum Weltkulturerbe. Damit wurden herausragende architektonische Zeugen für die Anfänge und den ottonischen Ursprungsraum des Reiches einer großen Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht. Am 22. März 1945 waren beide Sakralbauten bis auf Ruinenstümpfe zerstört worden.


Noch im Mai 1945 begannen Enttrümmerung, Sicherung und Wiederaufbau, zuerst der Michaelis-Kirche. Auf ihren Wiederaufbau ist die Arbeit konzentriert. Die Deutschen der frühen Nachkriegsjahre suchten nach geistiger Orientierung und Selbstvergewisserung in der antiken und mittelalterlichen Geschichte. Diese Situation erlaubte die Entscheidung für eine bernwardinische Renaissance der Michaelis-Kirche, keine Rekonstruktion der zerstörten und zuvor durch die Jahrhunderte veränderten Kirche, sondern einen Wiederaufbau der im Mittelalter vom Hildesheimer Bischof Bernward gebauten Kirche.

Zufälle führten zu einer Verbindung des Kirchenvorstands von St. Michaelis mit dem jüdischen Geschäftsmann Armour aus den USA. Dessen Unternehmungen im Zweiten Weltkrieg hatten ihn in engste Kontakte mit amerikanischen Regierungsstellen gebracht. Die an ihn herangetragenen Hilfeersuchen aus Hildesheim nahm Armour aus religiöshumanistischen Gründen auf und entsprach ihnen in Absprache mit der US-Regierung.

So wurde der Wiederaufbau ein Ausdruck des von den USA gewollten und gestützten Ausbaus eines abendländischen Monuments in größter Nähe zum Eisernen Vorhang. Das geschah zugleich als erste Realisation einer deutsch-jüdischen Partnerschaft nach dem Dritten Reich.

Aus dem Inhalt: Das Weltkulturerbe - Aus dem Geist des Mittelalters: Bischof Bernward und die europäische Welt um 1000 - Ein Gang durch die neuzeitliche Geschichte des Michaelis-Hügels bis in den 2. Weltkrieg - Aus dem Geist der Renaissance nach dem 2. Weltkrieg - Die Rettung der Ruine - Die Partnerschaft: Der christliche Pfarrer und der jüdische Geschäftsmann - I. Bauphase: "St. Michaelis soll ein Turm des Lichtes für Deutschland und Amerika sein" - II. Bauphase: St. Michaelis "als dreischiffige, doppelchörige Basilika mit 6 Türmen" - III. Bauphase: Die äußere Vollendung - Auf dem Weg zur Einweihung der Kirche 1960.


"Die Geschichte einer ungewöhnlichen christlich-jüdischen Partnerschaft mit dem Ziel, das Weltkulturerbe St. Michaelis in Hildesheim wieder aufzubauen, hat jetzt der Historiker Manfred Overesch vorgelegt. Es ist die Geschichte von Superintendent Kurt Degener und dem amerikanischen Millionär Berhard R. Armour, der den Wiederaufbau von 1946 bis zu seinem Tod im Dezember 1949 mit Hilfslieferungen und viel Geld unterstützte. Neben der detailgenauen Darstellung dieser Beziehung und ihrer positiven Auswirkungen auf den Kirchenbau in Hildesheim erfährt der Leser viel über religiöse, politische und (kunst-)historische Zusammenhänge. Auch die Geschichte der 100-jährigen Kirche kommt angemessen zur Geltung." Evangelische Zeitung Hannover "Gemeinsam mit den in der Kirche aufbewahrten Kunstschätzen wurde die Kirche inzwischen Weltkulturerbe. Der Band lässt seine Leser an dem Wiederaufbau in all seinen Phasen teilhaben und zeigt die Schönheit und Bedeutung dieser Anlage." Bund Deutscher Baumeister, Landesspiegel