29,95 EUR

Sprache:englisch
Auflage:1
Ausstattung:61 farb. Illustrationen, 113 s/w Illustrationen
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (Efalin fadengeheftet mit Schutzumschlag)
Seitenzahl:384
Format:17 x 24 cm
Gewicht:1088 g
Lieferbarkeit:Lieferbar
Erscheinungstermin:20.03.2003
ISBN:978-3-7954-1505-1
Verlag:Schnell & Steiner

Bianca Kühnel

The End of Time in the Order of Things

Science and Eschatology in Early Medieval Art

Die Zeit und ihr Ende gehört zu den grundlegenden Fragen der Menschheit. Das gilt besonders für jene Religionen und Kulturen, die an ein Leben nach dem Tode glauben. Die faszinierende, aber auch erschreckende Erwartung des Endes hat immer wieder Anlass gegeben, den Zeitpunkt seines Kommens zu bestimmen. Dieser Band leistet Pionierarbeit bei der Analyse der apokalyptischen Erwartungen im mittelalterlichen Europa zwischen 800 und 1000.


Die Studie basiert auf fachübergreifender Herangehensweise aus der Perspektive von Wissenschaft, Religion und Kunst. Biblische und wissenschaftliche Betrachtungsweisen - namentlich Komputistik und Astronomie - werden konfrontiert. Anhand der Gegenüberstellung von bildlichen Darstellungen, schriftlichen Auslegungen und historischen Tatsachen wird überzeugend deutlich, wie stark wissenschaftliche Darstellungen und biblische Ikonographie einander beeinflusst haben. Mittelalterliche Schreiber und Illuminatoren haben diesen zwei Genres nicht voneinander getrennt.

Die Arbeit zeigt im Zuge der jüngeren Forschung, dass Isidor von Sevilla, Beda Venerabilis oder Alcuin überaus wichtige Vermittler des antiken kosmologischen Wissens für die moderne Welt waren und dass christliche Autoren nachhaltige und bis heute relevante Beiträge auf wissenschaftlichem Gebiet geleistet haben. Eines dieser Gebiete ist die Komputistik, ursprünglich die Berechnung des exakten Ostertermins, im weiteren Sinne die Berechnung der Zeit.

Die spirituelle Prägung mittelalterlicher Wissenschaft ist außerordentlich fruchtbar für den Vergleich von Wissenschaft und Kunst auf dem Hintergrund der Hauptaussagen des christlichen Glaubens. Dieses Arbeit beschreibt erstmals systematisch die Bedeutung der sog. Schematismen für die Interpretation mittelalterlicher Kunst, beginnend in der karolingischen Periode und einen Zeitraum von 300 Jahren umspannend. Bislang unbekannte Illuminationen werden in die Analyse einbezogen. Die Arbeit verdeutlicht überzeugend die enge Verflochtenheit von Ikonographie - geformt von schematischen Darstellungen - und Eschatologie.


Bianca Kühnel ist Jack Cotton Professorin für Architektur und Kunstgeschichte an der Hebrew University in Jerusalem. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt im jüdisch-christlichen Zusammenhang mittelalterlicher Ikonographie und in Kunst und Architektur des Heiligen Landes. Die Publikation, die in englischer Sprache erscheint, wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert.