39,90 EUR

Sprache:deutsch
Auflage:1
Ausstattung:40 farb. Illustrationen, 133 s/w Illustrationen
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (fadengeh. Pappband)
Seitenzahl:240
Format:21 x 30 cm
Gewicht:1272 g
Lieferbarkeit:Vergriffen
Erscheinungstermin:22.10.2002
ISBN:978-3-7954-1472-6
Verlag:Schnell & Steiner

Herausgeber: Martin Hoernes

Hoch- und spätmittelalterlicher Stuck

Material - Technik - Stil - Restaurierung

Was haben Hildesheim und Halberstadt, Stralsund und Regensburg, das polnische Malbork/Marienburg und das schweizerische Basel gemeinsam? Wichtige Beispiele mittelalterlicher Stuckausstattung! Warum explizit Gipsstuck verwendet wurde und wer diesen Werkstoff aus welchen Intentionen bearbeitete, beschäftigt im vorliegenden Tagungsband Kunsthistoriker ebenso wie Restauratoren, Geologen und Bauforscher.


Gipsstuck war im Mittelalter ein beliebtes Material, formbar und dauerhaft. Das Ausgangsmaterial Gips kann gegossen oder angesetzt werden und wird durch Brennen bei hoher Temperatur sehr hart. Seine Eigenschaften ermöglichen den vielfältigen Einsatz in der bildenden Kunst. Oder gibt es vielleicht noch andere Gründe für die Verwendung von Stuck? Wurde allein mit der Materialwahl ein Inhalt vermittelt? Warum wählten Künstler Stuck und nicht Werkstein? Wie kann Stuck heute restauriert und konserviert werden?

19 Referenten aus vier Ländern stellten in Bamberg ihre Forschungen zu diesen und weiteren Problemen von hoch- und spätmittelalterlichem Stuck vor, die nun in diesem Tagungsband einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Ausgangspunkt ist der Werkstoff mit seinen material- und verarbeitungsspezifischen Eigenschaften. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Stuckobjekte des Hochmittelalters, von relativ unbekannten Denkmälern bis hin zu weltberühmten Beispielen wie den Halberstädter Chorschranken. Dem spätmittelalterlichen Stuck in Deutschland, Polen und in der Schweiz ist ein weiterer Abschnitt gewidmet. Unterschiedliche Ansprüche dokumentieren das breite Spektrum der Materialverwendung im Mittelalter. Hierbei stellt sich auch die Frage nach den ausführenden Künstlern, nach ihren werktechnischen Kenntnissen und Intentionen - wenn man dies für diese Epoche beantworten kann. Als Beispiele für bekannte Stuckelemente sind u. a. die Halberstadter Chorschranken, die Ausstattung von St. Michaelis in Hildesheim, die Säulen in der Kapelle der Wartburg, die Statue der Anna Selbdritt in Stralsund oder auch die mittelalterlichen Gipsfenster in Rottweil bearbeitet.

Der umfassend bebilderte Band besticht - wie auch die Tagung - durch seine Interdisziplinarität, die in vielen Fällen neue Wege erschließt. Denn nur durch enge Kooperation von Restauratoren, Kunsthistorikern und Bauforschern kann man dem Medium "Gipsstuck" gerecht werden.