39,95 EUR

Sprache:deutsch
Reihe:Studien zur christlichen Kunst
Bandzählung:3 /SCK-3
Auflage:1
Ausstattung:15 farb. Illustrationen, 85 s/w Illustrationen
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (Leinen fadengeh. m. Schutzumschlag)
Seitenzahl:380
Format:21 x 28 cm
Gewicht:1749 g
Lieferbarkeit:Vergriffen
Erscheinungstermin:22.10.2002
ISBN:978-3-7954-1408-5
Verlag:Schnell & Steiner

Gabriele Wimböck

Guido Reni (1575-1642)

Funktion und Wirkung des Religiösen Bildes

Mit seinen Mariendarstellungen, Heiligenfiguren oder dem Bild des leidenden Christus hat kaum ein Künstler die religiöse Bildwelt des Barocks so nachhaltig geprägt wie der Bologneser Guido Reni. Seine Bilder und ein Malstil, der "pennel del paradiso", wurden von Zeitgenossen - Gläubigen wie Kunstsammlern - geschätzt und in zahlreichen Kopien und Variationen verbreitet. Dieser Band gibt Aufschluss über das "Phänomen Reni".


Der vorliegende Band beleuchtet die Gründe für den Erfolg dieser Bilder, indem er die Perspektive des zeitgenössischen Betrachters auf die religiöse Bildwelt Guido Renis rekonstruiert. Erforscht werden die Hintergründe der spezifischen Bilderfindungen des Künstlers im Hinblick auf die zentralen Probleme des neuzeitlichen religiösen Bildes - die zeitgenössischen Vorstellungen vom Verhältnis des Malers zu seinem Werk, die Rezeption religiöser Kunst früherer Epochen und speziell der Umgang mit wundertätigen und verehrten Bildern, die Affektwirkung religiöser Werke sowie ausschnitthaft das komplexe Problem von Malerei und Vision. Zugleich wird deutlich, dass Renis Schaffen in eine Zeit fiel, in der das christliche Bild unterschiedlichen Bewertungskriterien unterworfen war und verschiedenen Ansprüchen genügen musste:

Auf der einen Seite standen die zeitgenössischen Diskussionen um die kirchliche Bildtheologie und die konkreten Bedürfnisse der kirchlichen Bildpraxis, auf der anderen Seite stand die Frage nach dem künstlerischen Wert der Bilder. Ausgewertet werden zahlreiche, zum Teil neu erschlossene Text- und Bildquellen, die diese vielschichtigen Beziehungen nachvollziehen lassen. Wenngleich die wichtigsten Phasen von Renis Schaffen zur Sprache kommen, handelt es sich weniger um eine künstlermonographische Annäherung im klassischen Sinn als um eine Untersuchung, die dem "Phänomen Reni", dem lang anhaltenden Erfolg seines religiösen Bildes, nachspürt.

Die Autorin ist seit April 2001 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sonderforschungsbereich 573 der DFG in München mit einem Projekt zu Kunst und Konfessionalisierung im 16. Jahrhundert in Deutschland beschäftigt.