39,90 EUR

Sprache:deutsch
Auflage:1
Ausstattung:65 farb. Illustrationen, 154 s/w Illustrationen
Medium:Buch
Einbandart:Hardcover (cell. Pappband fadengeheftet)
Seitenzahl:192
Format:21 x 28 cm
Gewicht:1083 g
Lieferbarkeit:Vergriffen
Erscheinungstermin:10.08.1998
ISBN:978-3-7954-1180-0
Verlag:Schnell & Steiner

Herausgeber: Michael Pfeifer

Sehnsucht des Raumes

St. Peter und Paul in Dettingen und die Anfänge des modernen Kirchenbaus in Deutschland Deutschland

In Dettingen errichtete Dominikus Böhm in den Jahren 1922/23 zusammen mit seinem Kollegen Martin Weber und dem Maler Reinhold Ewald eine Kirche, die auf dem Weg des modernen Kirchenbaus in Deutschland zu einem Meilenstein werden sollte und heute ein bedeutendes Zeugnis des deutschen Expressionismus ist.


"Das ganze Raumsehnen findet seine Erfüllung in der Opferstätte", hatten Böhm und Weber 1923 in ihrer Denkschrift zur Einweihung der katholischen Pfarrkirche geschrieben. Hierin legten sie ausführlich ihre Konzeption der "christozentrischen" Kirche dar. In der Folgezeit sollte Böhm wie kein anderer den Kirchenbau revolutionieren. Dieser Bedeutung entsprechend lässt der reich bebilderte Band anlässlich des 75jährigen Weihejubiläums der Dettinger Kirche Architektur, Kunstgeschichte und Theologie miteinander ins Gespräch treten.

Aus Sicht der Architektur wird der Standort Böhms und Webers bei der Konzeption des Baus erschlossen. Das Bauwerk selbst wird detailliert beschrieben und in historische Zusammenhänge und zeitgeschichtliche Strömungen eingebettet. Dazu gehört auch ein Überblick auf den katholischen Kirchenbau der letzten 75 Jahre.

Während die Leistung der Architekten seinerzeit breite Zustimmung fand, wurde die Ausgestaltung durch den Hanauer Maler Reinhold Ewald heftig diskutiert. Diese Auseinandersetzung wird anhand zeitgenössischer Zeugnisse dokumentiert. Eine Annäherung an die monumentalen Fresken zum Kreuzweg und zum Marienleben, die die Dettinger Kirche erst zu einem Zeugnis des Expressionismus machen, geschieht auf kunsthistorischem, biographischem und theologischem Weg. Meditationsseiten laden an verschiedenen Stellen des Buches zur Betrachtung oft übersehener Details der Dettinger Kirche ein.

Fragen nach der religiösen Einordnung des Dettinger Kirchenbaus, seiner Gestalt und Ausstattung bilden den dritten Schwerpunkt. Hier wird vor allen Dingen das Programm der "Messopferkirche", wie sie die damaligen Theoretiker entwickelten, untersucht.